Gedanken zur Kunst

xX

X

X

Three-One-Three. 2011/2013. Acryl auf Leinwand. 80x100cm

Three-One-Three. 2011/2013. Acryl auf Leinwand. 80x100cm

x

Gedanken zur Kunst

x

Des Chaos Summe ist Ordnung.

Die euklidische Mathematik beschreibt die glatten Strukturen, in denen der Geist seine Ordnung findet. Doch Ordnung ist Chaos. Das heißt, Ordnung wird dann zum Chaos, wenn ich die Ordnung nur als Bruchteil wahrnehme, weil ich nicht fähig bin, das gesamte Bild zu erfassen. So entlaste ich mein Denken an glatten Zufluchtspunkten und verschließe mich der umfassenden Erkenntnis.

Da ich das Ganze nur teilweise erfasse, bin ich dem Bruchteil ausgeliefert. Denn der Bruchteil wird als Chaos wahrgenommen, anstatt als Teil der gesamtheitlichen Ordnung, die auch in einer mathematisch definierbaren, glatten Struktur ihre Erfüllung findet. Ein Widerspruch?

Ein praktischer Versuch: Betrachten Sie ein Bild unter der Lupe. Ungeachtet, ob das Werk von einem alten oder einem modernen Meister stammt, Sie sehen Bruchteile, die Sie – wider besseres Wissen – als Chaos empfinden. Nun treten Sie ein paar Schritte zurück und Sie erkennen: Die abstrakten Bruchteile ergeben ein sinnvolles Ganzes, die Summe des Chaos ist Ordnung: The Order of The Disorder Equals Art.

x

Out of Control

Wenn man einmal absieht von der geplanten, konstruierten Kunst, wie die der „Zürcher Konkreten“ oder Maler wie Josef Albers oder den großen Meistern, die bis zur Etablierung der Photographie gewirkt haben, so hat der Faktor Zufall seinen festen Platz in der gestaltenden Kunst.

Das Paradox ist, dass der Zufall planbar ist. Das heißt die Parameter, die den Zufall und damit auch die Kreativität fördern, sind bis zu einem gewissen Punkt kontrollierbar. Danach entsteht Kunst außer bzw. außerhalb der Kontrolle, so, wie ich sie auf meinen Leinwänden, in der Fotografie, mit den Skulpturen und in ArtAction erlebe: Es geschieht! Es geschieht Out of Control.

x

Unabhängigkeit

Wichtig ist für mich, nicht abhängig zu sein, weder von Strömungen in der Kunst, noch von Markt orientierten Konzepten.

Ich bin in meiner Kreativität frei geblieben. So kann ich mich mit Themen auseinandersetzen, die mich faszinieren, die mir am Herzen liegen, die mich auch ängstigen, oder die mir einfach nur Freude bereiten.

x

Werner Pfändler, September 2014

x